Geschichten/Meinungen
Dienstag, 3. März 2015
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nun auch hier zu finden...



Sehr geehrter Herr Edathy.
Auch wenn ihr Leben, ihr Verfahren oder Ihr „Leidensweg“ keinerlei Interessenbekundung wert ist möchte ich Ihnen Folgendes mit auf den Weg geben.
Ihre Tat, welche all den Rummel um Sie hervorgebracht hat steht schon lange nicht mehr im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.
Es ist die Art und Weise wie Sie damit umgehen.
Alles was ich in Ihrem Gesicht und Ihren Worten erkenne ist Angst.
Sie haben keine Angst bespuckt, oder mit Steinen beworfen zu werden. Sie haben Angst Ihren Ruf zu verlieren. Dass sie diesen schon längst verloren haben ist Ihnen hoffentlich bewusst.
Es ist die Arroganz ihres Auftretens gegenüber den Opfern eines hochgradig menschenverachtenden Geschäftsmodelles. Sie haben Angst vor sozialer Ausgrenzung und dem Verlust von sehr viel Geld. Und nach dem, was Sie bisher von sich gegeben haben kann man sagen, dass Sie bereits politischen und sozialen Selbstmord begangen haben.
Wenn Sie jemals wieder ein halbwegs normales Leben führen wollen, dann gestehen Sie. Alles und ohne Auslassungen. Gehen Sie in Therapie, lassen Sie sich helfen und stellen Sie sich auf die Seite der Opfer. Ziehen Sie ihre Lehren daraus und bekämpfen Sie die, die diese abscheuliche Industrie betreiben.
Es ist nur richtig Sie ohne großes Aufhebens aus allen Ämtern und Würden zu entlassen, ohne Bonus, ohne Kommentar. Das haben Sie sich gänzlich selbst zuzuschreiben.
Als Vertreter unseres Grundgesetzes und öffentliche Person haben Sie versagt. Darum schließe ich mich ihrem Parteikollegen Ralf Stegner an.
Alles was Sie der Gesellschaft schulden ist ein Geständnis und der unbedingte Wille an sich selbst zu arbeiten. Sie werden sehr sehr einsam sein, aber sie werden leben können. Erstes ist folgerichtig, letzteres Ihr gutes Recht.
Mit freundlichen Grüßen G.P.J.



Freitag, 16. Januar 2015
Angesichts der sehr selektiven und zweckgebundenen Berichterstattung der letzten Tage fühle ich mich genötigt diese Zusammenfassung eines Referats von 2013 zu veröffentlichen.

Nigeria - Land zwischen Rück- und Fortschritt

Nigeria ist eines der reichsten und mächtigsten Länder Afrikas.
Grund dafür sind zahlreiche Öl- und neu entdeckte Diamantvorkommen.

Noch vor ca. 60 Jahren beruhte Nigerias Wirtschaftskraft vor allem auf Agrarflächen.
Erdnüsse, Palmöl und Kakao waren die größten Exportgüter. Diese machten 80 Prozent des BIP aus.
In den 1950er Jahren, mit der Entdeckung der Ölvorkommen, änderte sich das rapide.
Heute macht die Öl- und Erdgasproduktion allein 80 Prozent des BIP aus, wobei jedoch der größte Teil der Gewinne bei den Öl Konzernen und der Regierung ankommt. Die Bevölkerung dieses reichsten Landes in Afrika ist gleichzeitig eine der ärmsten auf dem Kontinent.

Öl Konzerne wie Shell, Agip, oder Total sind die größten Investoren des Landes, aber zugleich auch die größten Umweltverschmutzer. So hat die Ölproduktion in Nigeria fast unbemerkt von der Welt- Öffentlichkeit einen der größten Mangrovenwälder der Erde fast vollständig und unwiederbringlich zerstört. Eine Katastrophe, die größer ist als jedes Tankerunglück der Geschichte. Und sie dauert an. Noch heute sprudelt aus alten, stillgelegten Bohrköpfen ungehindert Öl in das Niger Delta.
Mitten in dieser zerstörten Landschaft findet man sogenannte Schwarzdestillerien, in denen arme Menschen unter Lebensgefahr Benzin und Diesel herstellen um Geld für ihre Familien zu verdienen. Sie könnten pro Fass ca. 180 Euro verdienen, jedoch bleiben ihnen meist nicht mehr als 20 Euro, da sie die Umweltschutzpolizei bestechen müssen.
Die Korruption beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Umweltbehörden, sondern umfasst alle Regierungskreise. So sollen laut Informationen von Wikileaks, Mitarbeiter von Shell sämtliche Schlüsselpositionen in der Regierung besetzt haben.

Dass eine so große Kluft zwischen Arm und Reich Konfliktpotenzial in sich birgt ist aus anderen Staaten bekannt. In Nigeria kommt ein weiteres Problem hinzu. Ethnische und religiöse Konflikte.
So ist der Süden des Landes vorwiegend christlich geprägt und der Norden muslimisch. Dazu gibt es hunderte Naturreligionen, welche aber oftmals mit den beiden großen Religionen einhergehen.
Ein großes Problem stellen die radikalislamischen Gruppierungen im Norden dar, welche in den letzten Jahren in fast allen, durch sie beherrschten Bundesstaaten, die Sharia durchgesetzt haben.
Ihr Ziel ist es dieses Recht im ganzen Land umzusetzen. Die Regierung um Präsident Jonathan Goodluck steht dieser Entwicklung hilflos gegenüber, da die Verfassung es zulässt, dass Bundesstaaten ihr eigenes föderales Recht ausüben dürfen.
So kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen.

Ein aktuelles Beispiel für ein weiteres Problem ist der kürzlich verübte Anschlag auf ein Ärzteteam, welches im Norden des Landes unterwegs war um Impfungen gegen Polio(Kinderlähmung) vorzunehmen. Die Rechtfertigung dieser Tat ist in einem Verbot von Polio-Impfungen und der Anwendung der Sharia zu finden. So wurde in den muslimisch dominierten Bundesstaaten vor Jahren das Gerücht verbreitet, dass die Polio-Impfungen unfruchtbar machten. Daraufhin wurden diese unter Todesstrafe verboten.
Eine Konsequenz daraus ist, dass ca. zwei drittel aller weltweiten Kinder-Lähmungs-Erkrankungen in Nigeria zu finden sind.

Ein Land, welches mit seinen heute bekannten Grenzen durch die Kolonialisierung der Briten entstanden ist, aus mehreren hundert Volksgruppen mit weit über zweihundert Sprachen besteht und eine mehr als 5000 jährige Kulturgeschichte in sich vereint, steht heute an einem Scheideweg.
Anschläge auf Ölpipelines, christliche und muslimische Einrichtungen, Entführungen von Mitarbeitern der Ölkonzerne, sowie öffentliche Hinrichtungen, Folter durch die Polizei und die gesetzliche Verfolgung von Homosexuellen(im Norden Nigerias unter Todesstrafe) sind an der Tagesordnung.
Sollte es der Regierung und der internationalen Gemeinschaft nicht gelingen der Umweltverschmutzung und den religiösen Konflikten Einhalt zu gebieten, so könnten die Bürger, mehr noch als jetzt schon, aufbegehren und das Land in einen weiteren Bürgerkrieg stürzen. Auch wenn dessen Ausgang ungewiss sein möge, stünde doch fest, dass er mit sehr viel unschuldigem Blut bezahlt würde.

Obwohl die Menschenrechte aufgrund vieler innerer Konflikte offensichtlich missachtet werden ist Nigeria ständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat und in anderen internationalen Organisationen. Es entsendet Truppen in andere Krisenländer und exportiert sein Öl und Erdgas nach Europa und in die USA.
Nigeria kann damit als negatives Beispiel für die Folgen von Globalisierung und wirtschaftlicher und religiöser Interessenkonflikte gesehen werden.

Danke fürs Zuhören, G.P.J.












Quellen:
Text: Pressemitteilung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 21. März 2007: Schwere Zeiten für Homosexuelle in Nigeria ,Auswärtiges Amt: Datenblatt Nigerias , Michael Hammer: Nigeria – Sharia gegen Menschenrechte, amnesty journal, September 2002 , Amnesty International Zur Menschenrechtslage in Nigeria , Arte: „mit offenen Karten“, http://www.sueddeutsche.de/politik/wikileaks-shell-in-nigeria-sie-wissen-alles-1.1034143



Samstag, 13. Dezember 2014
Geht es Ihnen nicht auch hin und wieder so, dass Ihnen die Welt der Nachrichten und die alltägliche Propaganda zum Halse raushängt? Vielleicht nicht nur hin und wieder, sondern Tag täglich? Gehören auch Sie zu den Menschen, die lieber einen Roman lesen, einen Abenteuerfilm gucken, oder sich regelmäßig in die Welt der Spiele flüchten, fernab jeder Realität? Gehören auch Sie zu denen, die seit Monaten kein Fernsehen schauen, weil Ihnen das forcierte Gejammer und Geheule über die künstlich erzeugten Konflikte dieser Welt, die Panikmache vor angeblichen Gefahren, welche plötzlich an jeder Ecke lauern könnten, und von denen man behauptet, es habe sie vor 50 Jahren noch nicht gegeben. Könnten auch sie diese Aufzählung von gesellschaftlichen Unzulängichkeiten, die aus reiner Profitgier erfunden wurden, um uns zu betäuben und mundtot zu machen stundenlang weiter führen? Dann willkommen im Club der Ahnungsvollen.
Es ist keine Ignoranz, wenn man die Tagesschau nach 2 min abschaltet, weil das tagelange Geleier ein und der selben "unglaublichen" Geschichte einen langsam weich kocht. Es ist keine Arroganz, wenn man über die Ernsthaftigkeit, mit der einige viele Menschen die Berichterstattung einschlägiger Pressen diskutieren und deren Meinung als die Alleinige, Wahre preisen, die Nase rümpft, oder gar wagt sie zu belächeln.
Es ist keine Intoleranz, die "öffentliche" Meinung mit einer stichhaltigen Argumentation anzuzweifeln, nur weil die "Öffentlichkeit" dies als Verschwörungstheorie bezeichnet. Diese Öffentlichkeit ist eine Meinung, gebildet und vertreten von wenigen. Einer Minderheit mitten unter der Mehrheit. Und die Mehrheit folgt. Bedingungslos, willenlos, ahnungslos, freudlos. Willkommen zurück im Zeitalter der Hörigkeit. Denn trotz aller technischen Möglichkeiten, welche uns theoretisch in die Lage versetzen den Gedanken der "Aufklärung", so wie er von seinen Gründern erdacht war, zu leben und weiter zu entwickeln, machen wir nichts aus dem, was uns gegeben wurde. Eher lassen wir uns mehr denn je unterdrücken und verkaufen. Wir haben uns die Instrumente, welche uns per Gesetz zustehen, als Souverän dieses Landes entreißen lassen. Oder sollte ich sagen, freiwillig abgegeben? Sowohl das eine wie das andere. Verantwortung. Das ist das, was vielen Menschen schwerfällt. Je weniger Verantwortung, desto leichter das Leben. Auch wenn das bedeutet, sich freiwillig abhängig zu machen von Regierung, Amt und staatlicher finanzieller Unterstützung, oder einem schlecht zahlenden Arbeitgeber, der das Zepter der modernen Sklaverei in Händen hält und 38Std/Woche mit 900€ netto/Mtl "vergütet". Zu gütig, vielen Dank! Danke dafür, dass ich nach Feierabend keine Verantwortung mehr habe, weder für mich noch für andere. So lässts sich leben.
Und dann? Dann geben wir uns hin, den schier endlosen Möglichkeiten. Die, die wenig haben sitzen vor RTL und Co., die die mehr haben sind auf Reisen, gehen reiten, oder surfen, die die noch mehr haben machen alles auf einmal und das mehrmals im Jahr. Aber! Niemand nimmt mehr vom anderen Notiz. Glückwunsch liebe Öffentlichkeit! Das Ziel scheint zum Greifen nah. Eine Gesellschaft der Individualität. Das, was wir uns immer gewünscht haben. Wiedererkennungswerte. Markenzeichen. Nichts uniformales mehr. Und dann?
Hat man sich nach jahrelangem inneren Kampf gegen die Medien behauptet und betrachtet das alles mal von ausserhalb, - dann stellt man fest, dass doch wieder alle in Uniform rumlaufen und einer einzigen Meinung hinter eilen. Diesmal tragen diese Führer keine Waffen im wörtlichen Sinn, aber sie sind überall und ihre Banner und ihre Propaganda, genau wie ihre todbringenden Reden, finden sich wie früher an jedem Gebäude, auf jedem Plakat, im Radio, Fernsehen, Kino, Zeitung...einfach überall. Da fällt es schwer sich eine Meinung zu bilden. Ich behaupte sogar, es ist unmöglich sich eine Meinung zu bilden, da man die Wahrheit nicht mehr von der Lüge unterscheiden kann. Und gerade deshalb ist es so wichtig alles und jeden mit Skepsis, nicht mit Angst, kritisch, nicht ablehnend zu betrachten und zu hinterfragen. Nun zum Appell. Es kostet Kraft und Energie dies umzusetzen. Es kostet Mut und Selbstkritik. Es kostet Zeit und Nerven. Und vorallem bedarf es Verantwortung. Opfern wir also ein Stück unserer Leichtigkeit des Seins, und wahrhaftig, es geht uns sehr sehr gut. Aber zu welchem Preis? Freiheit. Wir sind auf dem besten Wege sie zu verlieren, nein, sie zu verschenken und das aus reiner Faulheit! In diesem Sinne, danke fürs Zuhören. G.P.J.